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CED - Wenn der Darm Probleme macht

Medizin

Als chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) werden Krankheitsbilder bezeichnet, die mit chronischen Entzündungen des Verdauungstraktes einhergehen. Die beiden wichtigsten Vertreter davon sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Dr. Marcus Franz, Facharzt für Innere Medizin mit den Zusatzfächern Gastroenterologie und Hämato-Onkologie sowie Leiter des Zentrums für Endoskopie in der Privatklinik Confraternität, informiert über Symptome und Gefahren dieser Erkrankungen, über diagnostische Möglichkeiten und die neuesten Therapien.

Herr Dr. Franz, wie verbreitet sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)?

Dr. Marcus Franz: Laut Schätzungen sind in Österreich zwischen 40.000 und 80.000 Menschen von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) betroffen, weltweit dürften es mehr als zehn Millionen sein. Die Tendenz ist steigend, da mittlerweile CED auch in vielen asiatischen Ländern zunimmt.

Sowohl bei Colitis ulcerosa (CU) als auch Morbus Crohn (MC) besteht eine Entzündung der Darmschleimhaut, bei Morbus Crohn zusätzlich der gesamten Darmwand. Die Ursache ist bis heute unklar. Während sich bei Morbus Crohn die Entzündungsaktivität im gesamten Magen-Darm-Trakt, von der Mundhöhle bis zum After, bemerkbar macht, beginnt der Entzündungsprozess bei CU im Enddarm und kann sich von dort kontinuierlich unterschiedlich weit bis hin zum Befall des gesamten Dickdarms ausweiten.

Mit welchen Symptomen äußert sich CED?

Dr. Marcus Franz: Zu den am häufigsten – oft schubweise auftretenden Symptomen – zählen Müdigkeit und mangelnder Appetit, Blutarmut, Durchfallbeschwerden unterschiedlichen Schweregrades, Erbrechen, Fieber und immer auch krampfartige Bauchschmerzen. Beide Krankheiten können einen chronisch aktiven Verlauf nehmen und mit Gewichtsverlust, Blutarmut und Schwächezuständen einhergehen. Wird eine chronisch entzündliche Darmerkrankung nicht oder zu spät behandelt, kann der Darm durch die Entzündungsprozesse fortschreitend und irreversibel geschädigt werden. Ebenso ist das Karzinomrisiko bei beiden CED-Formen erhöht.

Wie erfolgt die Diagnostik?

Dr. Marcus Franz: Die Diagnosestellung von CED ist oft langwierig: Vom Auftreten erster Symptome bis zur endgültigen Diagnose vergehen in Österreich ca. 2 Jahre. Die erforderlichen Untersuchungen umfassen Endoskopie (Magen-Darm-Spiegelung), Stuhl-Befunde, Labortests, Ultraschall. Bei der Erstdiagnostik sollte auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) bzw. Computertomographie (CT) veranlasst werden.

Manche Patienten leiden auch unter Gelenks- bzw. Augenbeschwerden (z.B. Iridozyklitis), in diesen Fällen werden auch Augenarzt*Augenärztin und Orthopäd*in in den Diagnostikprozess miteinbezogen.

Welche Therapiemöglichkeiten stehen heute zur Verfügung?

Dr. Marcus Franz: Von Entzündungshemmern über Cortison als Standard-Medikation, das meist in der Akutphase verabreicht wird, bis zu hochmodernen Infusions- und Injektionstherapien – so genannten „Biologicals“,  die oft nur alle 8 bis 12 Wochen verabreicht werden müssen –, ist die Palette sehr groß. Biologicals, die subkutan (unter die Haut) injiziert werden, können auch von Patient*innen selbst verabreicht werden.

Nach der Diagnosestellung sind zunächst Termine alle 8 bis 12 Wochen erforderlich, bei positivem Therapieverlauf alle 6 bis 12 Monate. Kontrolltermine können teilweise auch online über Videokonferenz erfolgen. Endoskopische Kontrolluntersuchungen sollten aufgrund des erhöhten Karzinomrisikos alle eineinhalb bis zwei Jahre durchgeführt werden.

Wann muss operiert werden?

Dr. Marcus Franz: Chirurgische Interventionen sind nur selten nötig. Bei Morbus Crohn sollte zum spätestmöglichen Termin operiert werden bzw. nur dann, wenn die konservative Therapie nicht zielführend war (in ca. 10 Prozent der Fälle).

Im Fall von Colitis ulcerosa wird nur bei toxischem Megakolon – einer seltenen, aber gefährlichen Komplikation – operiert.

Dafür kommen in der Privatklinik Confraternität ausschließlich ausgebildete und erfahrene CED-Chirurgen zum Einsatz. Es ist wichtig zu wissen, dass nach einer CED-Operation fast nie ein Stoma (künstlicher Darmausgang) erforderlich ist.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Dr. Marcus Franz: Durch Biologicals dann in 70 bis 80 Prozent der Fälle eine Beschwerdefreiheit oder zumindest -armut erzielt werden. Eine spürbare Verbesserung kann in jedem Fall erreicht werden. Auch immer mehr junge Menschen sind von CED betroffen. In der Privatklinik Confraternität werden Patient*innen ab 14 Jahren behandelt.

Was können CED-Patient*innen der Privatklinik Confraternität erwarten?

Dr. Marcus Franz: Die Vorteile der Diagnostik und Behandlung in unserer Klinik:

  • Die im Klinik-Setting eingebettete Endoskopie bietet mehr Sicherheit.
  • Polypen können sofort abgetragen werden (auch größere, die einen stationären oder kurzstationären Aufenthalt erfordern).
  • Bei jeder Untersuchung werden Gewebsproben entnommen und von einem renommierten pathologischen Labor auf Zellveränderungen untersucht.
  • Für chirurgische Eingriffe im Magen- und Darmbereich stehen ausgezeichnete Chirurg*innen mit langjähriger Erfahrung zur Verfügung.
  • Für schwierige Fälle wird auch ein psychologisches Backup angeboten.

Informationen und Kontakt zum Zentrum für Endoskopie.

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