Sicherheit für Patienten

So wie Sie sich bei einer Flugreise vertrauensvoll in die Hände des Flugpersonals begeben, begeben Sie sich bei einem Krankenhausaufenthalt vertrauensvoll in die Hände Ihrer Ärzte und Pflegepersonen. Ebenso wie in der Luftfahrt wird daher in der Klinik durch verschiedene Checks und Maßnahmen für Ihre Sicherheit gesorgt. Im Folgenden möchten wir Sie mit diesen Maßnahmen vertraut machen. Weiters finden Sie hier auch Qualitätskennzahlen, die Ihnen einen Vergleich mit anderen Kliniken ermöglichen.

Mit Händehygiene gegen Krankheitserreger

Regelmäßiges Händewaschen senkt die Anzahl von Keimen auf bis zu ein Tausendstel. Das minimiert das Risiko, dass Krankheitserreger über die Schleimhäute in den Körper gelangen können. Sie finden daher in allen Toiletten und in allen Patientenzimmern Spender für Seife und Desinfektionsmittel. Wenn Sie Ihre Hände mit Seife waschen, sind rund 90 Sekunden ratsam; wenn Sie ein Desinfektionsmittel verwenden, brauchen Sie nur 30 Sekunden. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind angehalten, vor und nach direktem Körperkontakt zu einem Patienten bzw. einer Patientin eine Händedesinfektion durchzuführen.

Was können Sie selbst zur Sicherheit beitragen?

Als Patient/in achten Sie bitte in folgenden Situationen besonders auf Händehygiene:

  • nach dem Toilettenbesuch
  • nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen
  • bei verschmutzten Händen
  • vor dem Essen
Vermeiden von Wundinfektionen

Auf europäischer Ebene wird daran gearbeitet, Wundinfektionen im Krankenhaus nach einer einheitlichen Methodik zu erfassen und mit Vergleichswerten eine Grundlage zu schaffen, um diese weiter zu senken.

Im Folgenden finden Sie die Daten zur Häufigkeit von Wundinfektionen in den PremiQaMed Privatkliniken sowie den Vergleich mit den internationalen Soll-Werten.

Infektionsrate für ausgewählte Operationen

Art des chirurgischen Eingriffs Soll-Wert Wert PremiQaMed
Kliniken 2016*
Hüft-TEP (künstliches Hüftgelenk) <0,98% 0,19%
Knie-TEP (künstliches Kniegelenk) <0,49% 0,46%
Sectio (Kaiserschnitt) <0,68% 0,00%
CHE (Entfernung der Gallenblase) <1,59% 0,42%

*  ohne Goldenes Kreuz Privatklinik

Vermeiden von Stürzen

Stürze im Krankenhaus sind vermeidbar. Mit besonders sturzgefährdeten Personen erfassen wir mögliche Sturzrisiken. Zur Sturzvorbeugung erstellen wir dann gemeinsam mit der sturzgefährdeten Person (und gegebenenfalls auch ihren Vertrauenspersonen) einen Maßnahmenplan.

Wir begleiten sturzgefährdete Patienten und Patientinnen auf kurzen und langen Wegstrecken und stellen Hilfsmittel wie Gehhilfen und Rollator zur Verfügung. Unsere Physiotherapeuten weisen sie in die Benutzung von Gehhilfen ein.

Was Sie tun können, um Stürze zu vermeiden:

  • Gehen Sie nicht barfuß oder nur in Socken. Tragen Sie stets festes Schuhwerk für ausreichenden Halt.
  • Suchen Sie beim Aufstehen von einer Bettkante oder einem Stuhl immer zuerst Bodenkontakt mit beiden Füßen.
  • Um Schwindelgefühlen vorzubeugen, trinken Sie Wasser oder Tee – Ihr Körper braucht Flüssigkeit.
  • Schalten Sie das Licht ein, wenn Sie in der Nacht oder in abgedunkelten Räumen aufstehen.
  • Räumen Sie Stolperfallen, wie z.B. Taschen oder Schuhe, aus dem Weg.

Weitere Hinweise, was Sie tun können, um Stürze zu vermeiden, finden Sie in unserem Folder:

Um Stürze zu vermeiden, ist es wichtig, Sturzereignisse zu erfassen und die Ursachen zu analysieren. Die Sturzrate (Stürze in Relation zu 1.000 geleisteten Pflegetagen) gibt Auskunft darüber, wie gut die Sturzprophylaxe in einer Klinik funktioniert.

Im Folgenden finden Sie die aktuelle Sturzrate in den PremiQaMed Privatkliniken im Vergleich zum Soll-Wert.

Sturzrate

Pflegerische Qualität Soll-Wert der PremiQaMed Kliniken Gewichteter Mittelwert PremiQaMed
Kliniken 2014
Gewichteter Mittelwert PremiQaMed
Kliniken 2015
Anzahl der Stürze pro 1.000 Pflegetage <3 2,8 2,4

Anmerkung zum Soll-Wert:
Die durchschnittliche Sturzrate in Akutkrankenhäusern aus der Fachliteratur (Oliver et al. 2010) liegt zwischen 1,3 und 8,9 Stürzen pro 1.000 Pflegetage.

Wir fragen Sie öfter nach Ihrem Namen

Damit Ihre Identität in jeder Situation eindeutig festgestellt werden kann, erhalten Sie gleich in der Aufnahme ein Patientenarmband, auf dem Ihr Name und Ihr Geburtsdatum vermerkt sind. Diese Sicherheitsmaßnahme soll gewährleisten, dass Sie zu jeder Zeit die richtige Medikation und Behandlung erhalten.

Um sicherzustellen, dass Patienten mit gleichem oder ähnlichem Namen bei Untersuchungen oder Behandlungen nicht verwechselt werden, ist es wichtig, dass Sie Ihre Identität bestätigen. Wir fragen Sie daher öfter nach Ihrem Namen – besonders vor der Verabreichung von Blutprodukten, Chemotherapeutika oder vor Untersuchungen.

Sicherheit bei Medikamenten

Beim Aufnahmegespräch werden Sie vom Behandlungsteam gefragt, welche Medikamente Sie aktuell einnehmen. Es ist daher wichtig, dass Sie als Patient bzw. Patientin diese Medikamente kennen. Erstellen Sie schon zu Hause eine Liste der Medikamente, die Sie bekommen, und nehmen Sie diese Liste in die Klinik mit.

Was Sie zur sicheren Verabreichung von Medikamenten tun können:

  • Führen Sie eine Liste über alle Medikamente, die Sie einnehmen.
  • Nehmen Sie diese Liste in die Klinik mit.

Hier finden Sie eine Vorlage für Ihre Medikamentenliste zum Ausdrucken bzw. zum Ausfüllen am Computer:

Die Zahl der verfügbaren Medikamente mit unterschiedlichen Namen steigt rasant an. Für viele Medikamente sind Generika verfügbar, die den gleichen Wirkstoff beinhalten, aber einen anderen Namen tragen und anders aussehen. Fragen Sie beim Personal nach, wenn Sie andere Medikamente als üblich erhalten. Es kann sich dabei entweder um Generika handeln oder Sie können rechtzeitig auf mögliche Fehler hinweisen.

Informieren Sie das Personal, wenn Sie

  • Medikamente bekommen haben, die anders aussehen als die, die Sie normalerweise einnehmen, oder
  • Medikamente zu einer anderen Uhrzeit einnehmen als gewohnt oder
  • eine andere Dosierung als verordnet eingenommen haben.

Bei hochkonzentrierten Medikamenten, die ähnlich klingen, aber gänzlich verschiedene Wirkungen haben, ist es wichtig, Verwechslungen zu vermeiden. Diese Medikamente werden in den Privatkliniken der PremiQaMed Group mit einem roten Aufkleber gekennzeichnet und getrennt voneinander aufbewahrt.

Die letzten Checks vor dem Start: Sicherheit bei Operationen

Vor dem Start eines Flugzeuges geht das Pilotenteam eine standardisierte Checkliste durch, um sicherzustellen, dass alles funktioniert. Ebenso ist es vor dem Start einer Operation wichtig, nochmals sicherzustellen, dass alles geklärt und vorhanden ist. Daher werden in den PremiQaMed Privatkliniken bei Operationen drei Checklisten eingesetzt:

  • vor dem Beginn der Anästhesie
  • vor Beginn der Operation
  • vor Eingriffsende

So wird gewährleistet, dass selbst in Stresssituationen alle Beteiligten den Überblick behalten. Schon bei der Aufnahme in die Klinik werden Sie vom Behandlungsteam nach allen bisher durchgeführten Operationen befragt. Sie können diese Liste schon zu Hause vorbereiten und in die Klinik mitnehmen.

Was Sie selbst beitragen können:

  • Nehmen Sie eine Liste mit Ihren bisherigen Operationen (Art, Datum) in die Klinik mit.

Hier finden Sie eine Vorlage für Ihre Liste der bisherigen Operationen zum Ausdrucken bzw. zum Ausfüllen am Computer:

Sicher wieder zu Hause

Wenn Sie aus der Klinik entlassen werden, ist es wichtig, dass Sie und bei Bedarf auch Ihre Angehörigen Bescheid wissen, wie Ihr Behandlungsplan fortgeführt werden soll. Diese Informationen erhalten Sie im Entlassungsgespräch. Außerdem erhalten Sie einen Patientenbrief, der als Information für Ihren einweisenden Arzt gedacht ist. Den Patientenbrief erhalten Sie entweder vor dem Verlassen der Klinik ausgehändigt oder einige Tage danach per Post zugesandt.

Falls zu Hause weitere Pflegemaßnahmen notwendig sind, werden Sie bzw. Ihre Vertrauenspersonen durch das Pflegeteam informiert und geschult. Das Pflegeteam berät Sie und Ihre Vertrauenspersonen auch, wenn Sie professionelle Heimpflege nach der Entlassung benötigen.

Informieren Sie sich,

  • ob Sie eine Nachkontrolle benötigen – und notieren Sie sich gegebenenfalls den Termin –,
  • was Sie tun sollen, wenn Ihre Symptome wieder auftreten,
  • wann Sie mit den Ergebnissen Ihrer Untersuchungen/Ihrem Patientenbrief rechnen können.